Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere InformationenVerstanden


Blog

Mehr Qualität in der betrieblichen Bildung: Die Zertifizierung der Weiterbildungsanbieter

Mehr Qualität in der betrieblichen Bildung: Die Zertifizierung der Weiterbildungsanbieter

Mehr Qualität in der betrieblichen Bildung: Die Zertifizierung der Weiterbildungsanbieter

Die Frage nach Qualität in der Bildung ist nicht neu. Bereits in den 70er Jahren wurde diskutiert, was eine qualitativ hochwertige Bildung auszeichnet und wie Qualität im Bereich der Bildung Erwachsener umgesetzt werden kann. Zur Steuerung und Entwicklung von Qualität in der Erwachsenenbildung sind in den vergangen Jahren verschiedene Ansätze und Instrumente zum Einsatz gekommen, wie beispielsweise die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9000 ff. oder die externe und interne Evaluation. Die ISO 9001 scheint aktuell auf dem Weiterbildungsmarkt das am stärksten verbreitete Zertifizierungsinstrument zu sein, da ihre Formulierungen und Anforderungen eher allgemein formuliert sind, sodass den (Weiter-)Bildungseinrichtungen trotz externer Zertifizierung Möglichkeiten der eigenen Ausgestaltung bleiben.

Bedingt durch den stetigen Wandel der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes aber nimmt das Thema der Qualität einen immer wichtigeren Platz in der Weiterbildung ein und wird zu einem kauf- oder nutzungsentscheidenden Merkmal sowie zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Die Bemühungen um eine Verbesserung der Weiterbildungsqualität bekommen daher eine größere Bedeutung zugeschrieben und stellen ein besonderes Anliegen des Qualitätsmanagements dar.
Im Sinne von sogenannten Audits kontrollieren Gutachter, ob das Bildungsinstitut, seine Prozesse und Richtlinien die geforderten Standards des Qualitätsmanagementsystems erfüllen und umsetzen, d.h. ob die Bildungsorganisation so organisiert ist, dass gute Weiterbildungen theoretisch möglich sind. Im positiven Falle vergeben Gutachter sogenannte Qualitäts- oder Gütesiegel bzw. Zertifikate. Diese Gütesiegel sind grafische oder schriftliche Produktkennzeichnungen, durch die die Qualität eines Produktes bestätigt wird. Aber wieso brauchen diese Einrichtungen überhaupt eine Zertifizierung?
Zunächst einmal bemühen sich Organisationen mit der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems darum, die Qualität ihrer Arbeit in den Blick zu nehmen, diese zu bewerten und zu verbessern. Instrumente des Qualitätsmanagements unterstützen Bildungs- und Weiterbildungsbetriebe also dabei neue Bedarfe zu ermitteln, Ziele festzulegen und Maßnahmen zu definieren und somit die gesamten Abläufe und Tätigkeitsbereiche, die zur Entwicklung und Durchführung des Bildungsangebots beitragen, zu optimieren.
Im nächsten Schritt, der Zertifizierung, beispielsweise nach der ISO 9001, streben Organisationen an, auch ihren Geschäftspartnern sowie den Kunden und der Öffentlichkeit zu zeigen, dass ihre Prozesse und Dienstleistungen sorgfältig und unter ständiger Überwachung ablaufen. Weiterbildungsanbieter nutzen ihre Zertifikate oder Gütesiegel also auch für Marketingzwecke, um den Verbrauchern oder Abnehmern ihrer Angebote Hinweise über die Qualität ihrer Produkte bzw. Dienstleistungen zu liefern. Außerdem wird dadurch versucht, die Teilnehmer von Weiterbildungsangeboten vor unseriösen Anbietern zu schützen. Ein weiterer Grund für die Zertifizierung von Weiterbildungsorganisationen ist der Wunsch nach mehr Transparenz und Vergleichbarkeit der Weiterbildungsangebote, da diese den Konsumenten nicht transparent genug erscheinen. Zu guter Letzt steht auch die Qualifikation des Bildungspersonals (Trainer, Weiterbildner) und deren regelmäßige Fortbildung als Voraussetzung für die erfolgreiche Kompetenzentwicklung der Lernenden (Teilnehmer) im Fokus der Betrachtung, die durch eine Zertifizierung sichergestellt werden soll.

Ein Beispiel für eine Qualitätszertifizierung im Bildungsbereich ist die sogenannte DIN ISO 29990, ein Qualitätsmanagementsystem speziell für die Aus- und Weiterbildung. Hier werden Lernende, die Lernergebnisse sowie die Lerndienstleistung und die Kompetenz des Lerndienstleisters in den Mittelpunkt gestellt. Durch die Erfüllung der Normanforderungen bzw. die Zertifizierung soll es dem Kunden ermöglicht werden, einen geeigneten Lerndienstleister auszuwählen. Die Verbreitung bzw. die Anzahl der Organisationen, die nach der ISO 29990 zertifiziert sind, hält sich bisher aber noch eher gering

 

Fazit:
Dadurch, dass Qualitätsmanagementsysteme im Weiterbildungsbereich immer mehr an Bedeutung gewonnen haben und dies auch noch werden, wäre es zu wünschen, dass mit der Einführung der ISO 29990 im Jahr 2010 bereits ein entscheidender erster Schritt zur Erreichung einer besseren Qualität im Bereich der Bildung getan wurde. Ziel des Ganzen ist Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen bei der Verbesserung ihrer Abläufe und Strukturen zu unterstützen und weiterzuentwickeln sowie die Qualität des Bildungsangebots zu überprüfen und Transparenz herzustellen.

Und wie sieht das alles in der Personalentwicklung aus? Darum geht es in unserem nächsten Blogbeitrag