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Warum warten – Bis zum Mars ist es noch ein langer Weg, Innovation beginnt hier und jetzt

Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. hat zur BlogParade aufgerufen und auch wir möchten unseren Teil zur Reise auf den Mars beitragen. Bei „we dream big“ BlogParade zum #DGFPc18 heißt es:

Anschnallen bitte. In wenigen Jahren ist es soweit: Wir fliegen zum Mars.

Doch bedeutet „Wir“ in diesem Fall auch HR?

 

Also nur mal angenommen es geht wirklich zu Mars. Da stellt sich die Frage, was bringt es der Mission, wenn ich „HR“ mitnehme. Wenn Wissenschaftler jeglicher Couleur, also Ärzte, Ingenieure, Landwirte und auch Abenteurer, mit an Bord sind, scheint Wissen ein wichtiger Bestandteil einer solchen Mission und unserer Zukunft zu sein. Da die Wissensvermittlung einen entscheidender Bestandteil von HR darstellt, wird es nachfolgend im speziellen um den Bereich HR Development gehen und dessen mögliche Rolle bei der Vermittlung von Wissen.

Letztlich geht es bei HR Development darum Menschen zu entwickeln. Und zwar in der Form, dass ich Wissen und Fähigkeiten an die Mitreisenden (Mitarbeiter) vermittle. Klingt also erstmal so als könne ich so eine Abteilung definitiv gebrauchen. Klar ist, ob es nun darum geht auf den Mars zu fliegen oder generell einer ungewissen Zukunft entgegenzutreten und das ist Zukunft, ja immer zu einem gewissen Teil, ob auf dem Mars oder der Erden: Wissen und Entwicklung ist wichtig.

Leider fragen laut einer Studie von Degreed nur 21 Prozent der Belegschaft direkt bei der Personalentwicklung an, wenn es um Lernmaterialien geht, wenn Sie auf der Suche nach neuem Wissen sind. – Nicht viel für eine Anlaufstelle für die Entwicklung von Menschen. Und das obwohl viele neue Herausforderungen warten und das nicht erst auf dem Mars sondern, genauso tagtäglich auf der Erde. Wir haben jetzt schon einen Fachkräftemangel der es fordert, dass sich PE Themen, wie gezieltes Weiterentwickeln von Mitarbeitern und dem Verhindern von Fluktuation verstärkt annimmt. In Zukunft wird das nicht weniger, geschweige denn auf dem Mars, wo quasi alle „Fächer“ mehr oder weniger neu sind. Eben eine neue Welt, dagegen wirkt die neue „Arbeitswelt 4.0“ noch sehr vertraut.  Doch auch die jetzige Arbeitswelt entwickelt sich permanent und damit müssen sich auch die Mitarbeiter entwickeln, so lässt sich dem Fachkräftemangel durch entsprechende Weiterbildung entgegenwirken. Wenn es dann oft plakativ heißt, „Das machen bald Maschinen, KI, AI, Osterei…“ dann ist daran sicherlich zumindest eines wahr: Wenn man nicht bereit ist sich zu entwickeln, dann ist man raus. Wer beispielsweise heute mit der Schreibmaschine versucht eine E-Mail zu verfassen, der wird noch beim Absenden feststellen, dass ein Mail delivery failed auftritt und zwar ganz ohne falsche Adresse.

Was das Thema Fluktuation betrifft, so kann ich fähige Leute halten, indem ich Ihnen die Möglichkeit gebe sich zu entwickeln. Auf einem Raumschiff wird mir so schnell niemand abhandenkommen, aber noch sind wir nicht im Weltall, sondern auf der Erde und hier gibt es neben Gravitation auch Fluktuation.

Herausforderungendenen es gilt, sich zu stellen. Doch muss es ja nicht immer der externe Anbieter sein, der mich mit einem fertigen Entwicklungsprogramm unterstützt, um die Themen wie Fachkräftemangel oder Fluktuation gezielt anzugehen oder entgegenzuwirken. Zum einen gehen wir mal von einem Raumschiff aus, das dauert bis da mal eben jemand vorbeischaut, zum anderen, wenn ich selbst Experte bin und mich so nenne, dann sollte ich mich doch selbst um richtige Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeiter kümmern können. Wenn ich meine Zeit natürlich mit händischen und bürokratischen Prozessen verbringe, dann ist klar, dass wenig Freiraum bleibt Expertenwissen zu nutzen. Aber ich gehe nicht davon aus, dass wenn es möglich ist auf den Mars zu fliegen, noch irgendjemand händisch eine Gehaltsabrechnung ausfüllt, Urlaubstage einpflegt oder einen Schulungsraum bucht. Falls doch, selbst schuld, dass das Shuttle ohne „HR Development“ abhebt.

Doch davon gehen wir nicht aus. Es werden also digitale Tools als Unterstützung in der Zukunft genutzt. Mit deren Hilfe, lassen sich die Ziele des Unternehmens und die des Mitarbeiters abklären, im Kontext von Big- und SmartData entsprechend einordnen und letztlich mit People Analytics interpretieren. Was folgt ist im ersten Schritt, der individuelle und agile Entwicklungsplan für jeden Mitarbeiter ab Tag eins. Doch da es sich immer noch um die Ressource Mensch handelt, braucht es genauso Menschen als Ermöglicher, die persönlich ansprechbar sind. Gerade bei komplexeren Herausforderungen macht es Sinn den persönlich Austausch zu suchen. Personalentwickler müssen sich an Bord des Raumschiffes als Ermöglicher und Betreuer verstehen. Ähnlich einem Personaltrainer in einem Fitnessstudio. Je nach Anspruch und den persönlichen Zielen, mag ein Trainings- und Ernährungsplan aus dem Internet ausreichen, doch gerade im Leistungssport (Fachkräftebereich), braucht es neben professionellen Geräten auch Expertise und individuelles Training.

Wir können nicht erwarten erfolgreich auf den Mars zu fliegen, wenn unser Equipment zur Entwicklung von Menschen aus Excellisten und Paper&Pencil besteht. Dafür ist schlicht kein Platz mehr. Noch dazu gibt es moderne Geräte und Trainingsmethoden, auf die jeder zugreifen kann und die jedem bereitstehen. Moocs und E-Learnings stehen in vielen Unternehmen bereits jetzt zur Verfügung. Niemand muss mehr die nächste Stadtbibliothek aufsuchen, um vermeintlich „aktuelle“ und qualitativ wertvolle Informationen zu einem Thema zu erhalten. Es muss auch nicht das 5000€ Tagestraining sein, wenn es On The Job Angebote gibt, die ohnehin viel besser meine Bedürfnisse und Anforderung erfüllen. Doch was ich brauche, ist jemand der mich leitet. HR-Development muss sich in der Rolle des Personaltrainers begreifen und die Anlaufstelle auf dem Raumschiff sein, wenn es um den Erwerb von Wissen und die eigene Entwicklung geht. Ein Ort an dem ich Ermöglicher finde, die mir Wege aufzeigen, wie ich meine durch neue Herausforderungen wechselnden Ziele erreichen kann. Möchte ich Gewicht verlieren (eine Berufliche Umorientierung angehen, die Abteilung wechseln, neue Kompetenzen erwerben), möchte ich Muskeln aufbauen (eine Führungsposition anstreben und meine Soft-Skills dahingehend verbessern) oder möchte ich gesund bleiben (up-to Date mit technischen Entwicklungen in meinem Job bleiben und Neuerungen in meinem Job aufnehmen).

Um seine ganz persönlichen Ziele zu erreichen und neu entstehende Herausforderungen zu meistern, bedarf es Unterstützung. Denn Mitarbeiter sind vielleicht Experten in ihrem Job, aber nicht immer darin sich zu Entwickeln. Aber Personalentwickler sind Experten darin.

Dabei ist es wichtig, dass HR immer dabei ist und bei Bedarf permanent unterstützt. Anstelle von einfachem digitalem Feedback müssen letztlich digitale Veränderungsbegleitungen stehen, um Entwicklungen entsprechend zu tracken und Erfolge festzuhalten. So können neue Ziele gesetzt werden und falsche Übungen identifiziert werden, die so in dieser Form für einen einzelnen Mitarbeiter nicht funktionieren. Wenn ein Personaltrainer einen Trainingsplan erstellt und man stätig die Gewichte notiert, dann nicht um zu kontrollieren, sondern um zu sehen, ob man optimieren kann oder ans Limit bei einer Übung gekommen ist und variieren sollte.

So bleibt der Plan immer up-to Date und werden Probleme bei einem Plan im persönlichen Austausch identifiziert, geht es im nächsten Schritt für den Mitarbeiter im Virtuell-Realityraum in ein neu angepasstes Szenario. Das lädt sich dann automatisch auf Grund der Erkenntnisse auf dem Austausch neu und die Bedürfnisse des Mitarbeiters werden individuell berücksichtig. Dabei können anhand des erstellten „Trainingsplans“ von dem Personalentwickler nicht nur Lerngeschwindigkeit, sondern auch Inhalte und Zielsetzung perfekt zugeschnitten werden. Oder er wird direkt on the Job mit abgeänderten Inhalten versorgen, die seine Herausforderungen besser behandeln und Lösung bereithalten. In jedem Fall habe ich immer top entwickelte Leute an Bord.

 

Wenn ich nicht exakt weiß was mich erwartet, sei es auf dem Mars oder der Erde, dann sollte ich fähige Leute haben, die Menschen entwickeln können um neue Aufgaben anzugehen. HR Development ist prädestiniert für die Rolle des Ermöglichers und Niemand wird mehr hinterfragen, wieso HR mit an Bord des Raumschiffes ist, wenn die Experten für Wissen und Entwicklung dazugehören.